Pflegegrad-Rechner: kostenlos grob einschätzen
Sechs Fragen, eine für jeden Lebensbereich, den auch der Gutachter bewertet. Danach sehen Sie, welcher Pflegegrad ungefähr herauskommt und wie viele Punkte zum nächsten fehlen. Ohne Anmeldung, Ihre Antworten bleiben auf Ihrem Gerät.
Stand: . Grundlage sind die Begutachtungs-Richtlinien und das Elfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI).
Inhalt (4 Abschnitte)anzeigenausblenden
So wird der Pflegegrad berechnet
Der Medizinische Dienst bewertet sechs Lebensbereiche, die Module. In jedem Modul wird zuerst festgestellt, wie stark die Selbständigkeit beeinträchtigt ist – von keiner bis zur schwersten Beeinträchtigung. Daraus ergeben sich gewichtete Punkte, und die Summe aller Module ergibt 0 bis 100 Gesamtpunkte.
Die Module zählen unterschiedlich viel:
- Mobilität 10 Punkte
- Kognition & Kommunikation oder Verhalten & Psyche 15 Punkteder höhere Wert zählt
- Selbstversorgung 40 Punkte
- Krankheit & Therapie 20 Punkte
- Alltag & Kontakte 15 Punkte
Bei Modul 2 (kognitive und kommunikative Fähigkeiten) und Modul 3 (Verhaltensweisen und psychische Problemlagen) geht nur der höhere der beiden Werte ein. So wird Demenz berücksichtigt, ohne doppelt zu zählen.
Quelle: § 15 SGB XI; Begutachtungs-Richtlinien (BRi), Stand 26.08.2026
Pflegegrad-Tabelle: Punkte und Schwellen
Ab diesen Gesamtpunkten gilt der jeweilige Pflegegrad:
- Pflegegrad 1
- 12,5 bis unter 27 Punkte
- Pflegegrad 2
- 27 bis unter 47,5 Punkte
- Pflegegrad 3
- 47,5 bis unter 70 Punkte
- Pflegegrad 4
- 70 bis unter 90 Punkte
- Pflegegrad 5
- ab 90 Punkte
Gesamtpunkte 0 bis 100 nach § 15 SGB XI
Wie viele gewichtete Punkte ein Modul bringt, hängt vom Schweregrad ab. Diese Umrechnung ist gesetzlich festgelegt:
| Modul | keine | geringe | erhebliche | schwere | schwerste |
|---|---|---|---|---|---|
| Mobilität10 % | 0 | 2,5 | 5 | 7,5 | 10 |
| Kognition & Kommunikation15 % | 0 | 3,75 | 7,5 | 11,25 | 15 |
| Verhalten & Psyche15 % | 0 | 3,75 | 7,5 | 11,25 | 15 |
| Selbstversorgung40 % | 0 | 10 | 20 | 30 | 40 |
| Krankheit & Therapie20 % | 0 | 5 | 10 | 15 | 20 |
| Alltag & Kontakte15 % | 0 | 3,75 | 7,5 | 11,25 | 15 |
Von Modul 2 und 3 zählt nur der höhere Wert. Die Summe ergibt 0 bis 100 Gesamtpunkte.
Ein Beispiel: Ist die Selbstversorgung erheblich beeinträchtigt, bringt das 20 Punkte. Schwer beeinträchtigt sind es 30. Dieser eine Schritt kann schon über einen ganzen Pflegegrad entscheiden.
Warum ein Rechner nur die Richtung zeigt
Im Gutachten wird nicht der Gesamteindruck eines Moduls bewertet, sondern jedes Kriterium einzeln – insgesamt 67 Angaben, vom Positionswechsel im Bett bis zur Kontaktpflege. Erst deren Summe ergibt den Schweregrad eines Moduls.
Drei Dinge führen bei Schnellrechnern und auch bei der Begutachtung oft zu einem zu niedrigen Ergebnis:
- Hilfe, die selbstverständlich geworden ist. Bewertet wird, was die Person selbst kann – nicht, welche Hilfe sie bekommt. Wer täglich beim Anziehen hilft, sollte das auch so benennen.
- Ein guter Tag. Schwankt der Zustand, zählt der Verlauf über die Woche, nicht der Moment des Besuchs.
- Aufsicht aus Sicherheitsgründen. Muss jemand dabei sein, etwa wegen Sturzgefahr, ist die Person nicht mehr selbständig.
Genau dafür gibt es die vollständige Einschätzung: alle Kriterien mit den Texten der Begutachtungs-Richtlinien, dazu ein Handzettel für das Gespräch. So funktioniert sie.
Quelle: Begutachtungs-Richtlinien (BRi), Stand 26.08.2026, Seiten 51–53
Fragen zum Pflegegrad-Rechner
Ist der Pflegegrad-Rechner kostenlos?
Ja. Der Kurz-Check ist kostenlos und ohne Anmeldung. Ihre Antworten werden nicht übertragen – weder an uns noch an Analysedienste. Sie bleiben nur in diesem Browserfenster, bis Sie es schließen.
Wie genau ist das Ergebnis?
Es ist eine grobe Einordnung. Der Rechner fragt je Modul nach dem Gesamteindruck, das Gutachten bewertet dagegen jedes Kriterium einzeln. Schon eine Stufe Unterschied in der Selbstversorgung macht bis zu 10 Punkte aus. Für eine belastbare Einschätzung gehen Sie alle 67 Angaben so durch, wie der Gutachter sie bewertet.
Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 2?
Mindestens 27 Gesamtpunkte. Pflegegrad 1 beginnt bei 12,5 Punkten, Pflegegrad 3 bei 47,5, Pflegegrad 4 bei 70 und Pflegegrad 5 bei 90 Punkten.
Welches Modul zählt am meisten?
Die Selbstversorgung mit 40 Prozent – also Waschen, Anziehen, Essen, Trinken und Toilettengang. Danach folgen der Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen (20 Prozent), Alltagsleben und soziale Kontakte (15 Prozent), der höhere Wert aus Kognition oder Verhalten (15 Prozent) und die Mobilität (10 Prozent).
Wie wird Demenz im Pflegegrad berücksichtigt?
Über die Module 2 (kognitive und kommunikative Fähigkeiten) und 3 (Verhaltensweisen und psychische Problemlagen). Es zählt der höhere der beiden Werte mit bis zu 15 gewichteten Punkten. Dazu kommen Einschränkungen in Selbstversorgung und Alltag, die bei Demenz oft erheblich sind.
Für die Begutachtung reicht eine grobe Richtung nicht.
Gehen Sie alle 67 Angaben so durch, wie der Gutachter sie bewertet, und nehmen Sie den Handzettel mit ins Gespräch.